Vorträge

Wolfgang J. Duschl:

Planetarisches Wetter

Die großen Planeten von Merkur bis Saturn sind, solange es überhaupt Aufzeichnungen des Menschen gibt, bekannt und dokumentiert. Vor gut zwanzig Jahren ist es gelungen, solche Begleiter auch um andere Sterne nachzuweisen – wir kennen inzwischen mehrere tausend von ihnen. Bei den Planeten des Sonnensystems wissen wir einigermaßen gut über das (globale) Wetter Bescheid. Jetzt versuchen wir durch Modellierung (und bald auch Beobachtung) herauszufinden, was bei den Exoplaneten los ist. Im Vortrag werde ich einen kurzen Überblick über unser aktuelles Wissen um planetarisches Wetter geben und einige der auffälligsten Exoten vorstellen.

Katja Matthes:

Dekadische Klimavariabilität: welche Rolle spielt die Sonne?

Solare Variabilität stellt gemeinsam mit vulkanischer Aktivität eine wichtige externe Quelle für natürliche Klimavariationen dar, die der menschgemachten Erwärmung im 20. Jahrhundert überlagert ist. Aufgrund der Regelmäßigkeit des Sonnenfleckenzyklus bietet dieser eine potentielle Vorhersagequelle für dekadische Klimavariabilität. Insbesondere im UV-Bereich werden Variationen der solaren Einstrahlung von bis zu 10% beobachtet, welche Auswirkungen auf die Temperatur- und Ozonverteilung in der Atmosphäre haben. Welche Rolle spielt nun der 11-jährige Sonnenfleckenzyklus für dekadische Klimavariabilität im Nordatlantik und im Pazifik? Und welche Mechanismen sind hierfür verantwortlich?

Daniela Domeisen:

Der Einfluss von El Niño auf Europa

In der Wetter- und Klimavorhersage auf Zeitskalen von mehreren Wochen bis Monaten müssen oft Einflüsse berücksichtigt werden, welche zum Teil tausende von Kilometern entfernt geschehen, während die Einflüsse für die kurzfristige Wettervorhersage für Europa hauptsächlich über dem Atlantik stattfinden. Für Jahre mit El Nino - Einfluss, wie zum Beispiel das Jahr 2015, erwartet man häufig kältere Winter über Europa. Aber stimmt dies für alle El Nino - Winter, und welchen Einfluss hat die obere Atmosphäre auf diese saisonalen Vorhersagen?

Richard Greatbatch:

Predictability of European Winter Climate

Factors influencing European winter climate are discussed, with particular emphasis on forcing from the tropics, and illustrated using the severe European winter of 1962/63, the third coldest in the Central England Temperature record going back to 1659. Forcing from the tropics is also an important feature of the UK Met Office seasonal prediction system which is showing, for the first time, skill at forecasting winter mean climate using a coupled model system initialized at the beginning of November.

Peter Brandt:

Variabilität des tropischen Ozeans

David Keller:

Climate Engineering

As a means of countering climate change, some scientists have proposed that climate engineering, which is a deliberate action designed to alter the Earth's climate, could be done. Proposed methods either treat the causes of climate change by removing greenhouse gases such as CO2 or treat the symptoms of climate change (mainly warming) by managing the Earth's radiation budget (e.g., incoming solar radiation or outgoing longwave radiation). Research so far has shown that some CE methods may have the potential to alter certain aspects of the climate system. Some methods likely have more potential than others and all of them appear to have significant side effects. In this presentation I will provide an overview of several climate engineering methods and briefly describe what we understand about them. As I will show, few methods have been thoroughly evaluated and there are still many unknowns, at both the level of basic understanding and as to whether or not it would even be technologically feasible to implement any of them. Although climate engineering is a highly controversial topic, I will also explain why discussing and evaluating climate engineering is important.

Tobias Bayr:

Top-Down oder Bottom-Up Ansatz: Wie können wir die Klimaerwärmung in den Griff bekommen?

Seit der ersten UN-Klimakonferenz 1995 wird auf politischer Ebene eine Lösung für das Problem der Klimaerwärmung gesucht, und trotzdem sind die globalen CO2 Emissionen angestiegen, im letzten Jahrzehnt so stark wie noch nie in der Menschheitsgeschichte. In Paris haben sich Ende letzten Jahres die Staaten dieser Erde auf ein neues Klimaabkommen geeinigt. Werden die Bemühungen der Politik (Top-Down Ansatz) ausreichen, um die Erderwärmung auf 2°C zu begrenzen? Parallel dazu sind in den letzten Jahrzehnten in unserer Gesellschaft fast unbemerkt viele Bürgerbewegungen und -initiativen entstanden (Bottom-Up Ansatz), die sich für ein nachhaltigeres und gerechteres Leben auf diesem Planeten einsetzen. Diese Initiativen sind alle sehr verschieden und vielfältig, und haben doch eins gemeinsam: In ihnen haben sich Menschen zusammen getan, die selbstverantwortlich und selbstorganisiert etwas in der Welt bewegen wollen. Dieser Vortrag will einen Überblick geben, wo wir aktuell im Klimawandel stehen, es werden die Lösungsansätze verglichen, die es im Moment auf politischer und gesellschaftlicher Ebene gibt, und es wird dabei auch um unsere Rolle als Meteorologen gehen.

Susanne Benze:

Meteorologie in Stockholm

Ich möchte Euch einen Auslandsaufenthalt am meteorologischen Institut der Universität Stockholm (MISU) schmackhaft machen. Der Schwerpunkt dieses Vortrags ist ein Überblick über die Forschung am MISU, mit Fokus auf die Arbeitsgruppe, in der ich forsche. Auch was das MISU und die Uni euch als Studenten bieten wird nicht fehlen. Zuletzt beschreibe ich, welche Möglichkeiten ihr habt, ein/zwei Semester oder sogar den ganzen Master oder PhD in Stockholm zu realisieren.

Martin Visbeck:

Ozean der Zukunft

Wie können wir uns ein Bild vom Ozean der Zukunft machen? Welche Auswirkungen hat menschliches Handeln auf unsere Weltmeere? Welche Risiken birgt der Ozean für die Menschen und welche Chancen bietet er uns? Kann man sich einen nachhaltigen Umgang mit dem Ozean vorstellen? Antworten auf diese Fragen bietet der Kieler Exzellenzclusters Ozean der Zukunft, der die Dynamik des Ozeans in Vergangenheit und Gegenwart erforscht und daraus Szenarien für die Zukunft des Ozeans entwickelt. Vieles spricht dafür, dass der Ozean in Folge des globalen Klimawandels zu hoch, zu warm und zu sauer sein wird. Die Intensität dieser Veränderungen und ihre Folgen für Meeresströmungen, die belebte Meeresumwelt und die Lebensbedingungen an den Küsten sind Forschungsthemen in dem Kieler Forschungsverbund, dem ca. 200 Wissenschaftler verschiedener Disziplinen angehören. Die Meere werden von den Menschen in vielerlei Hinsicht genutzt: Das Meer ist Nahrungsquelle, stabilisiert das Klima, dient dem Transport und der Erholung. Dank der Aufnahme großer CO2-Mengen mildert der Ozean die Folgen des Klimawandels. Gleichzeitig birgt das Meer Risiken für den Menschen, wie den Meeresspiegelanstieg oder Tsunamis. Der Vortrag wird besonders auf die Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung des Ozeans eingehen.